Textdienstleistungen Christopher Köhler

Beispieltranskripte

Beispieltranskripte: drei Regelvarianten für verschiedene Zwecke

Auf dieser Seite finden Sie drei Beispieltranskripte, die verschiedene Transkriptionsregeln praktisch veranschaulichen:

Den Transkripten liegt jeweils der gleiche Text zugrunde: ein Gespräch zwischen Peter Korfmacher (Leipziger Volkszeitung), Universitätsmusikdirektor David Timm und Prof. Ulrich Konrad (Würzburg) anlässlich des Bachfests 2013 in Leipzig. Das Video zum Gespräch können Sie zum Mitlesen und Vergleichen auf dem YouTube-Kanal des Bachfests nachhören.

Beispieltranskript nach einfachen Regeln

Das folgende Transkript wurde nach einfachen Transkriptionsregeln erstellt. Dieses Regelset ist für die meisten Projekte geeignet, bei denen am Ende ein detailgetreuer Fließtext entstehen soll. Der Text wurde wortgetreu übertragen, enthält keine Füllwörter oder Abbruchmarkierungen und ist leicht geglättet.

Eine Übersicht der einfachen Regeln einschließlich Beispielen finden Sie auf der Transkriptionsseite.

[Der zugrundeliegende Text ist über den Kanal des Bacharchivs Leipzig auf YouTube frei verfügbar.]

#00:17:33#

I: Das ist natürlich jetzt erst mal vielleicht ein bisschen ernüchternd, festzustellen, dass es so weit mit Wagners Bachexegese und Bachstudien und Bachbeeinflussung nicht her sein kann. Dennoch kann man ja, das alles im Hinterkopf behaltend nicht so ohne Weiteres sagen, wenn Musiker das Gefühl haben beim Musizieren, es gibt unmittelbare Verbindungsstränge dazwischen, das sei alles Quatsch. Also irgendetwas muss da ja doch sein. #00:18:00#

B1: Und es gibt immer wieder auch die Möglichkeit, dass er selbstständig mit seinen Möglichkeiten auf Lösungen kam, die uns heute mit dem (...) geschichtlichen Wissen und stilistischen Wissen dazu bringt, zu sagen, "das klingt ja wie Bach" oder "das klingt ja wie der und der". Anders bitte ich diese Verbindung zu der Orgelfuge auch nicht zu verstehen. Ich bin weit davon entfernt, hier einen Plagiatsvorwurf posthum zu erheben. #00:18:30#

B2: Es gibt übrigens noch, wenn ich das sagen darf, eine andere Formulierung. Also er sagt einmal im Zusammenhang mit den Meistersingern "angewandter Bach". Und er sagt mit Blick auf den Einzug der Meister, den Meistersingern, das sei die Fortsetzung von Bach. Also es gibt beides: Es gibt den angewandten Bach und es gibt die Fortsetzung von Bach, also als ein Bezugspunkt. Und da hat Wagner ja immer zu den Sternen gegriffen. Also er hat genau gewusst, wen er verachtet. Und die hat er gründlich verachtet. Und im Grunde genommen muss man bei Wagner diejenigen, die er verachtet, viel genauer ansehen. Denn von denen hat er dann am Ende am meisten gelernt. #00:19:02#

I: Was man im Moment bei den Feen gut nachhören kann. (unv. #00:19:05#) #00:19:05#

B2: Meine, sich zu Bach und zu Beethoven bekennen, war auch schon im 19. Jahrhundert keine große Tat. #00:19:11#

I: Ja schon gar nicht am Ende des 19. Jahrhunderts. #00:19:14#

B2: Sowieso. #00:19:14#

B1: Wobei die Prägung durch die 9. Sinfonie – ich glaube das Abschreiben oder Selbst-Entwerfen des Klavierauszuges als Teenager schon eine gewaltige Leistung ist und eine Begeisterung, die er schon in so jungen Jahren aufgebracht hat. (…) Und trotzdem wäre es jetzt zu platt, zu sagen, "die leeren Quinten der 9. Sinfonie 1. Satz haben sich direkt ins Holländer-Vorspiel ergossen. #00:19:40#

Beispieltranskript nach erweiterten Regeln

Das folgende Transkript wurde nach erweiterten Transkriptionsregeln erstellt. Dieses Regelset ist vor allem für Projekte im Wissenschaftsbereich geeignet, bei denen das Gesagte nach formalen Kriterien analysiert werden soll. Der Text wurde buchstabengetreu übertragen und enthält Füllwörter sowie detailierte Notationen zu Sprechweise und Gesprächsverlauf.

Eine Übersicht der erweiterten Regeln einschließlich Beispielen finden Sie auf der Transkriptionsseite.

[Der zugrundeliegende Text ist über den Kanal des Bacharchivs Leipzig auf YouTube frei verfügbar.]

#00:17:33#

I: Das ist natürlich jetzt erst mal vielleicht ein bisschen ernüchternd, festzustellen, dass es so weit mit ähm Wagners Bachexegese und Bachstudien und Bachbeeinflussung nich her sein kann. Dennoch kann man ja ähm das alles im Hinterkopf behaltend, nicht so ohne Weiteres sagen, wenn Musiker das Gefühl haben beim Musizieren, es gibt unmittelbare Verbindungsstränge dazwischen, das sei alles Quatsch. Also irgendwas muss da ja doch sein. #00:18:00#

B1: Und es gibt immer wieder auch die Möglichkeit, dass er selbstständig mit seinen Möglichkeiten auf Lösungen kam, die uns heute mit dem (.) geschichtlichen Wissen ähm und stilistischen Wissen dazu bringt, zu sagen, "das klingt ja wie Bach" oder // "das klingt wie der und der". //

B2: // Mhm, mhm. (bejahend) // #00:18:20#

B1: Äh anders bitte ich diese Verbindung zu der // Orgelfuge //

B2: // Mhm. (bejahend) // #00:18:24#

B1: auch nicht zu verstehen. // Ich bin //

B2: // Ja. // #00:18:25#

B1: weit davon entfernt, hier einen // Plagiatsvorwurf //

B2: // Ja. // #00:18:28#

B1: // posthum zu erheben. //

I: // (lacht) // #00:18:30#

B2: Es gibt übrigens noch, wenn ich das sagen darf, noch eine andere Formulierung. Also er sagt einmal im Zusammenhang mit den Meistersingern "angewandter Bach". Und er sagt mit Blick auf den Einzug der Meister, den Meistersingern, das sei die Fortsetzung von Bach. Also es gibt beides: Es gibt den // angewandten Bach und es gibt die Fortsetzung von Bach, //

B1: // Mhm, mhm, (..) mhm. (bejahend) // #00:18:46#

B2: also als ein Bezugspunkt. Und da ist Wagner ja / Da hat er ja immer zu den Sternen gegriffen. Also er hat genau gewusst, wen er verachtet. Und die hat er gründlich verachtet. Und im Grunde genommen muss man bei Wagner diejenigen, die er verachtet, viel genauer ansehen. Denn von denen hat er dann am Ende am meisten gelernt. #00:19:02#

I: Was man im Moment bei den Feen gut // nachhören kann. (unv. #00:19:05#) //

B2: // Ja, während er / // Weil meine, sich zu Bach und zu Beethoven bekennen, war auch schon im 19. Jahrhundert keine große Tat. #00:19:11#

I: Ja schon gar nicht am Ende des 19. // Jahrhunderts. Und da (unv. #00:19:14#) / //

B2: // Sowieso. //

B1: // Ja. Wobei die // Prägung durch die 9. Sinfonie, äh ich glaube das Abschreiben oder // Selbst-Entwerfen //

B2: // Ja. // #00:19:19#

B1: des Klavierauszuges als Teenager schon ne gewaltige // Leistung irgendwie //

B2: // Ja ja. // #00:19:25#

B1: ist und ne Begeisterung, die er schon in so jungen Jahren aufgebracht hat. (.) Und trotzdem wäre es jetzt zu platt, zu sagen, "aha, die leeren Quinten der 9. Sinfonie 1. Satz haben sich direkt ähm ins Holländer-Vorspiel // ergossen." (lacht) //

B2: // Ja. // #00:19:40#

Beispieltranskript nach verkürzten Regeln

Das folgende Transkript wurde nach verkürzten Transkriptionsregeln erstellt. Dieses Regelset wird vor allem bei Transkripten verwendet, die für den internen Gebrauch vorgesehen sind und bei denen lediglich der Inhalt wiedergegeben werden soll. Der Text orientiert sich am Wortlaut, ist stark geglättet, leicht gekürzt und verzichtet auf die meisten Notationen, die bei Transkripten üblich sind.

Transkriptionsregeln können zweckabhängig individuell zusammengestellt werden. Eine Übersicht zu verschiedenen Regelsets sowie weitere Informationen finden Sie auf der Transkriptionsseite.

[Der zugrundeliegende Text ist über den Kanal des Bacharchivs Leipzig auf YouTube frei verfügbar.]

I: Das ist natürlich jetzt erst mal vielleicht ein bisschen ernüchternd, festzustellen, dass es so weit mit Wagners Bachexegese, Bachstudien und Bachbeeinflussung nicht her sein kann. Dennoch kann man ja das alles im Hinterkopf behaltend nicht so ohne Weiteres sagen, wenn Musiker das Gefühl haben beim Musizieren, es gibt unmittelbare Verbindungsstränge dazwischen, das sei alles Quatsch. Also irgendwas muss da ja doch sein.

B1: Und es gibt immer wieder auch die Möglichkeit, dass er selbstständig mit seinen Möglichkeiten auf Lösungen kam, die uns heute mit dem geschichtlichen und stilistischen Wissen dazu bringt, zu sagen, "das klingt ja wie Bach" oder "das klingt wie der und der". Anders bitte ich diese Verbindung zu der Orgelfuge auch nicht zu verstehen. Ich bin weit davon entfernt, hier einen Plagiatsvorwurf posthum zu erheben.

B2: Es gibt übrigens noch eine andere Formulierung. Also er sagt einmal im Zusammenhang mit den Meistersingern "angewandter Bach". Und er sagt mit Blick auf den Einzug der Meister, das sei die Fortsetzung von Bach. Also es gibt beides: Es gibt den angewandten Bach und es gibt die Fortsetzung von Bach, also als ein Bezugspunkt. Und da hat Wagner ja immer zu den Sternen gegriffen. Also er hat genau gewusst, wen er verachtet. Und die hat er gründlich verachtet. Und im Grunde genommen muss man bei Wagner diejenigen, die er verachtet, viel genauer ansehen. Denn von denen hat er am Ende am meisten gelernt.

I: Was man im Moment bei den Feen gut nachhören kann.

B2: Sich zu Bach und zu Beethoven bekennen, war auch schon im 19. Jahrhundert keine große Tat.

I: Ja, schon gar nicht am Ende des 19. Jahrhunderts.

B1: Wobei die Prägung durch die 9. Sinfonie, das Abschreiben oder Selbst-Entwerfen des Klavierauszuges als Teenagers schon eine gewaltige Leistung ist und eine Begeisterung, die er schon in so jungen Jahren aufgebracht hat. Und trotzdem wäre es jetzt zu platt, zusagen, die leeren Quinten der 9. Sinfonie 1. Satz haben sich direkt ins Holländer-Vorspiel ergossen.